Lichtspiel

Lichtspiel Videoportal



Experimentalfilm
Proviele (SZ 1983)
Vorschau Experimentalfilm, der, wenn auch etwas willkürlich, das Leben im Bern Anfang der Achtzigerjahre dokumentiert. Leute im Zentrum Berns werden gefilmt, die sich um einen uns unsichtbaren Mittelpunkt scharen. Kinder lachen, Erwachsene sind leicht verlegen, wollen nicht gefilmt werden, Jugendliche schneiden Grimassen. Wir erfahren nicht, worum es sich handelt. Dann der Morgen einer nicht weiter vorgestellten Person. Eine Person tippt einen Brief auf einer elektrischen Schreibmaschine. Es folgt ein Interview mit einem Kleinbauern, der aus seiner Jugend erzählt, wie früher weniger technische Geräte die Arbeit erleichtert hätten; er erzählt von seinem Austauschjahr in der Welschschweiz, vom Turnverein, von der Kaninchenzucht. Wir begleiten den Mann mittleren Alters in den Stall und sehen ihn beim Jassen mit seiner Familie. Dann ein Sprung in ein ganz anderes Umfeld. Ein junger Mann spielt im Spielsalon Joker (Spitalgasse) am Flipperkasten, raucht dazu eine Zigarette. Im Hintergrund läuft Disco-Sound. Es folgen schwarz/weiss-Bilder von einem nackten Männerkörper, der sich am Boden dreht und verrenkt. Immer wieder Nahaufnahmen des Körpers, der Hand, die den Körper abtastet. Eine weitere Sequenz zeigt uns ein ein verliebtes Pärchen, das anscheinend einen dritten Typen versetzt. Dann kriegen wir Bilder von einem jungen Musiker, der auf der Gitarre ein Rockstück einstudiert, gesungen wird playback, dazu relativ verkrampfte Bilder des Sängers, der sich zwischen zwei Flutscheinwerfern von seinem Gig erholt, den Kopf in die Arme gelegt. Schleppende E-Gitarrenstück wird abgespult - jedenfalls weiss der Sänger und einzige Musiker, wie er sich bewegen "will", er kopiert in hübsch-lächerlicher Form seine Vorbilder. Dann wird uns ein Mann in Ledermontur gezeigt, der in einem leeren Duschraum den "Blick" liest. Auf der Frontseite gibt’s die Meldung: "Feigling - Hitler-Fan schoss sich in den Kopf". Dann beginnt unvermutet die Zeitung zu brennen und der Mann ist plötzlich verschwunden. Am Boden liegt die verkohlte Zeitung und plötzlich - klatscht ein Hirn an die Duschraumwand. Hirn und Zeitungsreste werden dann von einem Wasserstrahl weggespült. Die nächste Sequenz zeigt Bilder einer verschneiten ländlichen Landschaft, hinterlegt mit akustischer Gitarrenmusik.,

Regie: Flavia Schnyder, Dauer: 00:43:04
Der Filmrestaurator (SZ 1994)
Vorschau Der Film handelt vom gescheiterten Versuch, einen Filmrestaurator vor der Kamera in Stellung zu bringen und mit ihm einen Dokumentarfilm zu drehen. Ein junger Mann in weisser Arbeitsschürze, mit Koteletten und einer dickrandigen Brille sitzt an einem Tisch. Im Hintergrund steht ein Regal mit zahlreichen Filmbüchsen. Der Mann versucht sich zu konzentrieren, lächelt in die Kamera - doch irgendetwas lenkt ihn schliesslich immer ab. Zuerst ist es ein unsichtbarer Partner, der ihm an der Seite sitzt. Diesen verscheucht er mit einem Spray. Das würgende Geräusch, das der besprayte von sich gibt, zeugt davon. Dann läuft vertikal durch das Bild eine Art Schnur oder Film. Der Restaurator zerschneidet diese Schnur, sie geht mit einem Knalllaut aus dem Sichtfeld. Doch gleich bildet sich eine neue. Auch diese zerschneidet der Mann. Dann aber surrt etwas um den Kopf des Restaurators. Zuerst meint man es wäre eine Mücke oder eine Fliege. Es ist aber offensichtlich ein Fleck im Bild. Dieser blaue, animierte Fleck bedroht nun den Restaurator zunehmend. Dieser versucht zwar mit seinen Händen den Fleck zu beseitigen, doch kehrt der immer wieder zurück, wächst an, würgt den Mann auf dem Tisch. Schliesslich greift der Restaurator zu einer Kettensäge, und zerschneidet den Auswuchs des Flecks. Befriedigt, aber erschöpft lehnt sich der Mann am Ende auf die Kettensäge, seine Haare sind zerzaust, die Brille sitzt schief.,

Regie: Adrian Remund, Dauer: 00:05:17